Skype an Microsoft verkauft – wird Linux nun ganz abgesetzt?

Neulich habe ich noch laut getitelt: „Skype 2.2 – Linux wurde nicht vergessen“ in der ich voller Euphorie erzähle, dass nach langer Zeit mal wieder eine „neue“ Version für Linux erschienen ist.

Nun hat sich bei Skype allerdings einiges getan in letzter Zeit. Nach den Spekulationen, welche Internetgroßmacht Skype kaufen möchte, hat sich nun Microsoft durchgesetzt und für die unglaubliche Summe von 8.5 Milliarden US-Doller zugeschlagen.

Es ist nicht uninteressant was hierbei vorgeht. $8.5 Mrd ist selbst für Microsoft kein Pappenstiel. Vermutlich wurde das Unternehmen deutlich über Wert verkauft, und dennoch wurde es getan. Diese Summe ist schon deswegen so atemberaubend, weil das ungefähr das Zehnfache des Jahresumsatzes von Skype entspricht. Das bedeutet, dass MS etwa 10 Jahre Skype behalten müsste, bis sich der Kauf rentiert.

Selbstverständlich dauert es keine zehn Jahre, denn das Unternehmen wird Skype natürlich weiterentwickeln und schon irgendwie dafür sorgen, dass der Umsatz steigt. (Standardinstallation auf Windows Betriebssystemen sorgt für mehr Kunden → potentielle Zahler; Skype als Basis für das Windows Phone → Telefonieren über Skype mit dem Smartphone könnte z.B. Kostenpflichtig werden…)

Skype außerhalb von Windows

Aber eigentlich wollte ich auf einen ganz anderen Punkt hinaus: Wie wird es für Linux- und Mac OSX Benutzer aussehen? Immerhin ist Steve Ballmer ein bekennender Linux-Hasser, also warum sollte er ein Programm für dieses Betriebssystem fördern? Gleiches gilt für Mac OSX, es sind immerhin Konkurrenten. Was ist mit Android, wird dieser Client weiterentwickelt?

Mittlerweile hat sich Microsoft in einer Pressemitteilung zum Thema gemeldet. Darin heißt es:

Microsoft will continue to invest in and support Skype clients on non-Microsoft platforms.

Dieser kurze Satz dürfte uns erst einmal beruhigen. Microsoft wird also „weiterhin in Skype Clients auf nicht-Microsoft Systemen investieren und sie unterstützen„.

Bravo, mit dieser Information kann man so gut wie nichts anfangen. Die Motivation von Skype den Linux Client zu entwickeln war bisher lächerlich gering. Auch die Version für Mac OSX ist der Windows Version deutlich unterlegen (Videokonferenzen sind z.B. nicht möglich). Es ist nicht zu erwarten, dass sich an diesem Rückstand irgendetwas ändert.

Ich vermute dass mit diesem Satz in der Pressemitteilung allenfalls gemeint sein könnte, dass andere Smartphone Betriebssysteme gefördert werden, denn mit diesen lässt sich eher Geld verdienen als mit Linux.

Panisch auf Alternativen umsteigen?

Panisch lieber nicht, aber Alternativen sind immer gut. Gerade für Linux gibt es eine Menge Alternativen die man auflisten könnte. Allen voran ist natürlich DAS open-source Chatprotokoll Jabber. Mit der Erweiterung „Jingle“ sind sowohl Audio- als auch Videochats möglich. Doch nicht alle Jabber Anbieter und -Clients unterstützen das.

Der Nachteil hier: an die Reichweite von Skype und den hohen Bekanntheitsgrad kommt diese Technik bisher (und auch in nächster Zukunft) nicht heran. Es wird schwer sein, jeden vorhandenen Skype Kontakt zu überzeugen, das Protokoll zu wechseln.

Wir müssen uns wohl oder übel damit zufrieden geben, dass Skype und Linux einfach nicht zusammen gehören soll. 🙁

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