Debian „Lenny“ erschienen

Hallo zusammen!

Am 14.02. erschien das neue Debian 5.0 namens Lenny. Diese Version erschien ca. 5 Monate später als geplant. Wie man an die neuste stable-Version herankommt und wie man sie installiert werde ich nun berichten.

Zunächst braucht man natürlich das ISO um Debian (evtl. nach Brennen auf eine CD) zu installieren. Hierbei kommt schon das erste positive „Problem“: welche Architektur denn bitte? Da Debian sowieso nur für „Profis“ gedacht ist und Möchtegernnoobs damit eh nichts anfangen könnten, fällt es dem Durchschnittsdebianuser auch nicht schwer, sich für eine der 12 Architekturen zu entscheiden. Die max. 31 benötigten CDs gibt es auf vielen verschiedenen Servern, über BitTorrent und Jigdo. Zur normalen Installation genügt allerdings schon das erste, ca. 650MB große Image. Diese kann man bspw. über den Befehl wget -c http://cdimage.debian.org/debian-cd/5.0.0/i386/iso-cd/debian-500-i386-CD-1.iso beziehen (i386-Version).

Installation:

Zunächst muss man Debian loben, dass es eine für nicht-Profis auffindbare und selbsterklärende grafische Installation gibt. Diese ist zwar (fast schon provokativ) nicht als Standardversion ausgewählt, kann aber im Bootvorgang gewählt werden. Sogar die Partitionierung kann man vollständig automatisiert von Statten gehen lassen. Die Festplatte kann von Anfang an komplett verschlüsselt werden und viele solche Spaäße sind bei der Installation möglich. Standardeinstellungen von wegen Tastaturlayout und Sprache sind nicht mehr besonders erwähnenswert. Die Wahl eines Installationsprofils hingegen schon: Hier kann man zwischen zahlreichen Installationstypen wählen, je nach geplantem Verwendungszweck kann es z.B. eine Notebookinstallation, oder eine Mailserverinstallation sein. Mehrfachnennungen sind möglich. Bei den ganzen rosa-roten Vorteilen der komfortablem Installation darf man aber auch die Schattenseite nicht vergessen: Nach Wahl des Installationsprofils begann der große Download. Die speicherhungrige Distribution macht nun auf sich aufmerksam und hält mir vor, dass ich keine weitere CD einbinden wollte. Eine Auswahl der Software, die normalerweise auf einer der 30 anderen CDs schlummert, tröpfelt jetzt durch die Internetleitung. Keine andere mir bekannte Distribution braucht so viele Pakete zur Installation! Wahlweise hätte ich natürlich auch weitere CDs in die Installation einbinden können, doch das Problem wäre damit nicht gelöst.

Standardprogramme:

Debian, Ubuntus Mutter, ist vor allem für die Stabilität des Systems bekannt. Damit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Software nur bedingt auf dem neusten Stand ist. Der Kernel ist mit Version 2.6.26 zwar schon nahe an der aktuellen Kernelversion und einige Programme sind top aktuell, aber mit etlichen Programmen „hängt“ es aber noch etwas hinterher:

Kategorie Programm/ Version aktuell verfügbar
Desktopumgebung KDE 3.5.9/ GNOME 2.22 KDE 4.2/ GNOME 2.24
Textverarbeitung OpenOffice.org 2.4 OpenOffice.org 3.0
Browser Epiphany/ Iceweasel 3.0.6 Firefox 3.0.6
Mailprogramm Evolution Evolution 2.24.4
Chatorogramm Pidgin 2.4.3 Pidgin 2.5.4

Debian hat mit Lenny offensichtlich keinen Angriff auf seine Kinder gestartet und möchte im Rennen um das aktuellste Betriebssystems nicht wirklich mitspielen. An und für sich ist das auch alles andere als überraschend, da es zum Markenzeichen von Debian zählt, nicht auf Aktuallität, sondern auf Stabilität zu setzen. Debian wird auch weiterhin eine sehr große Rolle in der OS-Szene spielen, v.a. auf Servern. Da auch deren Installation mit Debian für „Normaluser“ einfach und verständlich ist, werden sich nun wohl auch Hobbybastler für ihr Heim- oder Firmennetzwerke vermehrt auf Debian setzen, oder es zumindest versuchen. Sobald ich einen Server habe, werde ich dazugehören Wink.

Soviel im Augenblick, bis bald.

Gruß Benni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *