Wikipedia vs. Encarta

Hallo zusammen!

Nachdem ich einen Komentar auf der Homepage des IT-Nachrichtendienstes golem.de über Wikipedia gelesen habe, kam mir die Idee für diesen Blogeintrag. Der Artikel geht über einen neuen Service der deutschsprachigen Wikipedia, der es erlaubt ein bis zu 828 Seiten umfassendes Printwikipedia zu erstellen. Dabei kann man über eine neue Schaltfläche neben den Artikeln seine Favorisierten Einträge kennzeichnen und sich diese drucken lassen. Unter diese Nachricht schrieb ein User namens Uni-Absolvent folgenden Kommentar:

Das wird die Wikiblödia nicht retten ! Denn mit
dem Ende des Web 2.0-Booms wird auch die Wikiblödia über den Jordan
gehen. Das Problem ist doch, dass dort jeder Honk – ähnlich wie im
Golem-Forum – posten darf.

Und deshalb finden sich bei Wikiblödia auch zahlreiche Artikel auf
Hauptschul-Schulaufsatz-Niveau. Die restlichen Artikel bestehen aus
blankem Unsinn, zB so einem Schrott:

[de.wikipedia.org]

[de.wikipedia.org]

Da muss man sich nicht wundern, dass es in der Wissenschaft verpönt
ist, aus Wikipedia zu zitieren. Wer das macht, der outet sich als Tele
5-Fernseher!

zum Glück gibt es auch professionelle Online-Nachschlagewerke. Wo
keine selbtsernannten Möchtegern-Journalisten rumschmieren. Sondern
ausgebildete Journalisten und Wissenschaftler die Artikel verfassen.
Bestes Beispiel: Encarta!

Fazit: Wikiblödia 2.0 taugt nix und braucht niemand!

Diesen hasserfüllenden Beitrag über das Wissensportal nehme ich zum Anlass, die beiden angesprochenen Online Enzyklopädien zu vergleichen, dabei gehe ich gar nicht erst auf Details ein.

Zunächst genügt schon ein Blick auf den Umfang des Angebots. Laut MSN gibt es im Microsoft Nachschlagewerk über 47.000 Artikel. Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass im gedruckten Brockhaus ca. 24.500 gedruckte Seiten in 30 Bänden gibt. Diese umfassen ca. 300.000 Stichwörter, und schlagen im Umfang damit deutlich die Enzyklopädie aus Redmond. Die deutschsprachige Wikipedia umfasst 861.877 Artikel, und es werdem minütlich mehr. Wikipedias Umfang ist damit fast 20mal größer als Encartas. Damit ist wohl klar, an wen der erste Punkt geht.

Nun vergleiche ich kurz je einen „Artikel des Tages“, der bei Encarta heute etwa das Erdmännchen umfasst.

In der Enzyklopädie von Microsoft hat der Artikel eine Länge von 330 Wörtern und enthält 5 Links zu Begriffserklärungen im Artkel. Um den Artikel zu zitieren, muss man einen langen Copyrighttext hinzufügen. Der Artikel wurde von einem Diplombiologen geschrieben, der namentlich genannt wird und enthält 3 Bilder.

In der Wikipedia umfasst der Artikel über das Erdmännchen ca. 600 Wörter und enthält schon in der Einleitung 5 Links zu Begriffserklärungen im Artikel. Der Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation und enthält 5 Bilder und 2 Videos. Allerdings wurde der Artikel nicht von namentlich genannten Menschen mit akademischem Grad geschrieben. Hier gilt das alt bewährte Prinzip der „Weisheit der Vielen“ Wink, die hier unzählige Autoren umfasst, die seit nun 6 Jahren an diesem Artikel feilen. Schon allein für die übersichtliche Strukturierung des Artikels gibt es eindeutig einen weiteren Punkt für Wikipedia.

Der Artikel des Tages der Wikipedia ist der über die Hoechst AG, welcher mit 14389 Wörtern mehr als 40 mal so ausführlich ist, wie der aus dem geschlossenen Äquvaltent aus Redmond. Damit wäre wohl dann alles geklärt…

Gut, zugegeben, es gibt wirklich sehr viele Artikel in Wikipedia, die wenig sinnvoll sind. Aber wen kümmert es? Wir brauchen sie ja nicht aufrufen. Dass die Artikel im „Wikiblödia 2.0″ deswegen schlecht sind, kann man aber keineswegs behaupten. Nicht jeder Autor hat eine journalistische Ausbildung und ist Diplombiologe, aber etliche sind es und arbeiten ehrenamtlich für die Menschheit, und nicht für den Geldbeutel!

Das besonders witzige an diesem Kommentar finde ich das Beispiel das der Autor zur Unterstreichung der Inkompetenz des Wikipedia gab: Die Suche nach Smoot“ bei Encarta gibt folgende Ausgabe:

Die o.g. Artikel waren nur eine Stichprobe, die ich (unparteiisch wie ich bin) gerecht ausgesucht habe. Wortzähler war für mich gedit. Gegendarstellungen sind erwünscht, der Artikel ist nicht vollständig und hat soooo viele Kriterien nicht berücksichtigt. Aber wer will, kann ihn weiterführen 😉

Gut, soviel zu meiner Meinung über diesen Kommentar. Viel Spaß noch beim nachschlagen! Benutzt doch mal das Meyers Lexikon, oder Knol, vielleicht sind deren Artikel ja auch von „ausgebildete[n] Journalisten und Wissenschaftler[n]“ geschrieben worden 😀

Liebe Grüße, Benni



.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *