Pediapress

Sicherlich ist dem einen oder anderen schon die neue Funktion der Wikipedia ins Auge gesprungen: sie heißt Wikipedia Buch.
Dahinter verbirgt sich ein Sammeldienst für Wikipediaartikel, die sich in einer beliebigen Reihenfolge anordnen lassen und in beliebig viele, frei wählbare Kapitel einteilen lassen. Anschließend kann man mit diesem „Buch“ weiterarbeiten. Mit diesem Service habe ich mich mal genauer auseinandergesetzt.

Das Buch erstellen

Das ist in der Regel sehr einfach. Man besucht den gewünschten Artikel in der Wikipedia und klickt auf die Schaltfläche „Wikiseite hinzufügen“ in der linken Seitenspalte unter dem Oberpunkt „Buch erstellen“. Daraufhin öffnet sich das virtuelle Buch und man kann alle bisher angeführten Artikel in einer Liste sehen. Auf die gleiche Weise kann man beliebig viele weitere Artikel hinzufügen und in der Einstellungsseite die Reihenfolge verändern. Über die oben auf der Seite sichtbaren Funktionen kann man Kapitel hinzufügen, verschieben etc.

Das Buch speichern und herunterladen

Als angemeldeter Benutzer hat man die Möglichkeit, sein persönliches Buch auf der Profilseite von Wikipedia zu speichern. Auf der Modifizierungsseite des Buches findet man rechts den Eintrag fürs Speichern. Man tippt dort einen Namen ein, und es wird einer Unterseite des Benutzers angelegt, in der das Buch gespeichert wird. Mit dieser Methode ist es möglich, mehrere Bücher zu erstellen und alle zu speichern.
Natürlich ist es auch möglich, ein erstelltes Buch als E-Book herunterzuladen und als PDF auf der Festplatte zu speichern. Moderne Reader können es dann abspielen (Sony und Amazon haben beispielsweise solche Handhelds). Alle persönlichen Bücher befinden sich auf der Wikipediahomepage unter

und lassen sich weiter ergänzen, wenn man sie mittels „Buch übernehmen“ wieder lädt.

Das Buch drucken lassen

Wikipedia bietet über eine externe Firma namens PediaPress den Service an, ein Buch aus Wikipediaartikeln als Printmedium zu bestellen. Diese Funktion habe ich anlässlich Jonas‘ Geburtstag einmal getestet. Hierfür benötigt man natürlich ein Buch, dass man wie oben erklärt erstellt. Sobald man bei der Verwaltungsseite des Buches ist, bzw. das gespeicherte Buch wie oben genannt aufruft, gibt es einen Link, mit dem man seine Zusammenstellung bei PediaPress ordern kann. Daraufhin wird man auf die Homepage des Dienstes geleitet und das erstellte Buch wird an Pediapress gesandt.
Nach kurzer Zeit befindet man sich auf der Übersichtsseite von Pediapress. Man kann (bzw. sollte) noch einen treffenden Buchtitel und -untertitel eingeben, denn das ist zusammen mit den Namen des Herausgebers die bisher einzige Möglichkeit, das Buchcover zu gestalten. Das Cover selbst ist laut FAQ nicht anpassbar. Ebenso ist es bisher leider nicht möglich, eine Widmung in das Buch drucken zu lassen.
Der Preis für das Buch wird gleich auf der Startseite mit angezeigt und errechnet sich aus den gedruckten Seiten.
Bezahlen kann man das Buch mit einer Kreditkarte oder mit Paypal, dessen Einrichtung einen eigenen Artikel wert wäre… Nun kann man das Buch in den Warenkorb legen und bestellen.

Die Lieferzeit

Da Pediapress aus London kommt, werden die Bücher auch dort gedruckt (Ausnahme sind Kunden aus den USA). Dementsprechend ist die Lieferzeit ziemlich lange. Fairer Weise muss ich hinzufügen, dass ich über die Osterfeiertage bestellte und es vielleicht deshalb zu Verzögerungen kam. Jedenfalls war das Buch ziemlich schnell gedruckt (sechs Tage nach der Bestellung), aber die FAQLieferzeit von „5–10 Werktage[n]“ ist leider etwas zu optimistisch. Meine Bestellung benötigte fast 20 Tage, was besonders als Geburtstagsgeschenk sehr ärgerlich ist. Die Lieferung erfolgt in einem vom Versandhandel Amazon bekannten Pappumschlag.

Das gedruckte Buch

Die Qualität des Lexikons ist erstklassig. Die angegebenen Maße (216 x 140 mm) werden eingehalten, der Umschlag ist zwar kein Hardcover, wirkt aber professionell. Die Artikel werden komplett schwarz/weiß gedruckt (wie aber vorher bekannt war), Schusterjungen und Hurenkinder sind nicht vorhanden, die Quellen werden auf den entsprechenden Seiten als Fußnoten angegeben, Grafiken korrekt in den Text eingebunden, Inhaltsverzeichnis übersichtlich und klar nach Kaptieln gegliedert, Stichwortregister am Ende angegeben, Seiten komplett durchnummeriert und die Artikelbezeichnung als Kopfzeile ausgegeben. Der Preis ist absolut fair.

Nachteile

Das Buch hat eine sehr lange Lieferzeit, was kurioser Weise nicht auf den individuellen Druck zurückzuführen ist. Die Gestaltung des Covers ist bis auf den Titel und den Untertitel komplett einheitlich, man hat keine Möglichkeit, das Bild anzupassen oder zu ersetzen. Wer also eine Orange-Allergie hat, hat bisher schlechte Karten 😉 Ebenso ist ein Farbdruck der Bilder und ein Vorwort o.Ä. momentan nicht möglich, wird aber eventuell noch eingeführt.
Als Monopolist hat Pediapress den Vorteil, dass deswegen aber kein wirklicher Druck auf sie ausgeübt wird.

Service auf ein eigenes Wiki ausweiten

Wer selbst Besitzer eines Wikis ist, das auf MediaWiki beruht, hat die Möglichkeit, den Dienst zu integrieren. Notwendig hierfür ist eine Erweiterung namens Collection. Bisher gibt es den Dienst bei der deutschsprachige Wikipedia, Wikibooks, das OpenOffice.org Wiki und ein paar anderen.

Viel Spaß mit den gedruckten Büchern!

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