Relaunch bundestag.de

Das neue Gesicht des Onlineportals des Deutschen Bundestages zeigt sich seit gestern Mittag. Die lange Entwicklung und die Investition von 300.000 Euro haben zu einem übersichtlichen und modernen Auftritt der deutschen Politik geführt. Den Auftrag erhielt Babiel, ein Unternehmen aus Düsseldorf, das erneut die Ausschreibung gewann (wie zuletzt 2004, als der Onlineauftritt das letzte mal überarbeitet wurde).

Startseite von bundestag.de

Startseite von bundestag.de

Die Startseite von bundestag.de ist ordentlich, wirkt übersichtlich und aufgeräumt. Die Navigation befindet sich horizontal über dem eigentlichen Content, auf Unterseiten erscheint eine zweite auf der linken Seite. Auf der Homepage wird (so vorhanden) der Livestream in den Bundestag bzw. zu den Ausschüssen unübersehbar angezeigt und über einen Mausklick gestartet.

Das zeigt schon: Multimedia steht (vor allem in Form von Videos und Animationen) im Vordergrund der Seite. Norbert Lammert (Bundestagspräsident) betont auf der Pressekonferenz zum Thema ausdrücklich, dass aber nicht angestrebt wurde, Unterhaltungsseiten Konkurrenz zu machen.


Eher soll dieser Internetauftritt zur ersten Anlaufstelle für politische Fragen werden. Außerdem soll das Interesse der Bevölkerung weiter geweckt werden.

aktuelle_petitionenUm weiterhin ein gutes Portal für alle zu sein, egal wie politisch gebildet man ist, gibt es für Einsteiger den schon bekannten Bundestagsadler (die Onlineredaktion der Tagesschau führte ein ganz interessantes Interview mit ihm). Es gibt auch ein sehr ausführliches Archiv über Plenarsitzungen als Video-on-Demand sowie eines mit Textdateien. Eine offene Schnittstelle zu diesem Archiv für eigene Datenbanken fehlt allerdings. Die Videoaufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1998 zurück und lassen sich nach Kriterien wie Themen und Rednern durchsuchen.

Besonders toll finde ich, dass die in letzter Zeit sehr populär gewordenen ePetitionen nun auf der Startseite zu sehen sind. Auch ein Link zur Einrichtung eigener Petitionen ist ohne Umwege zu finden. Für mich ist das ein Symbol für Demokratie, wenn der Staat nicht nur solche Möglichkeiten wie das unkomplizierte Einreichen von Petitionen bietet, sondern auch zu ihnen steht und die Besucher quasi darauf lenkt. So werden auch diejenigen auf ihren Einfluss aufmerksam, die davon vielleicht noch nichts wussten.


Und durch die Vorschau der aktuellen Petitionen sieht man auch ohne Herunklicken, welche Themen dort gerade diskutiert werden. Jetzt müssen Petitionen nurnoch größere Aufmerksamkeit bekommen 😉

Wer Teil der 4 Millionen Besucher monatlich werden möchte, kann sich ja auch www.bundestag.de umsehen und herumstöbern. Was sagt ihr zu der überarbeiteten Seite? Ist sie gelungen?

Viele Grüße,
Benni

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