Dopewars

Eine Perle der Textspiele befindet sich in den meisten Repositoriys diverser Linuxdistributionen. Sie nennt sich “Dopewars” – zu deutsch “Drogenkrieg“, eine Anspielung auf den Namen des zugrunde liegenden Spiels von John E. Dell Drugwars. Mit dem Befehl

(oder über andere Paketmanager) kann man dieses Spiel installieren. Das Spiel basiert auf Ncurses, weswegen man es sowohl inner-, als auch außerhalb der Konsole spielen kann (dort dann über GTK+).

Dopewars ist total frei von “Grafik”, also das ganze Spiel basiert auf Text. Ziel des Spiels ist es, so viel Geld wie möglich zu verdienen, ohne dabei umgebracht zu werden

Spiel starten

Dopewars im Terminal

Dopewars im Terminal

Möchte man das Spiel normal starten, benutzt man wahlweise den Starter im GNOME-Menü unter Anwendungen → Spiele → Drogenkrieg oder startet es über den Befehl

Wer es in der Shell spielen möchte benötigt noch den dazugehörenden Schalter:

Anschließend hat man die Wahl: möchte man im Einzelspielermodus spielen, oder lieber in einem lokalen oder globalen Netzwerk. Im Gegensatz zum Einzelspielermodus kann es vorkommen, dass man bei mehreren Spielern gleichzeitig mit anderen Dealern an einen Ort kommt und evtl. angegriffen wird. Verbindungen zu nicht öffentlichen Servern nimmt man über deren globale IP auf, in lokalen Netzwerken nutzt man “localhost”. Möchte man selbst einen privaten Server hosten, tut man dies über

einen öffentlichen Server startet man mit einem kleinen s. Details dazu kann man der Manpage entnehmen.

Spielverlauf

Dopewars in GTK+ Umgebung

Dopewars in GTK+ Umgebung

Standardmäßig ist das Spiel auf 30 Runden beschränkt, was 30 Tagen im Spiel entspricht. Man befindet sich als verschuldeter Drogendealer in New York und kann zwischen verschiedenen Stadtteilen wechseln, wobei jeder Wechsel genau einen Tag dauert. An jedem Ort erhält man eine Liste mit verfügbaren Drogen und deren Preis. Man muss diese möglichst günstig erwerben und teuer verkaufen, möchte man in diesem Spiel erfolgreich sein. Die Anzahl der zu kaufenden Drogen ist abhängig vom verfügbaren Kapital und den sog. Huren, wobei jede Hure 10 Drogen tragen kann.

Aber Vorsicht! Der Kredithai – dem man standardmäßig Geld schuldet – hat hohe Zinsen, also möglichst schnell die Schulden loswerden. Andersherum lohnt es sich auch, schnell Geld auf die Bank zu bringen, denn auch diese hat hohe Zinsen. So dealt man Tag für Tag mit Speed, Haschisch, Heroin, Kokain und vielen anderen Drogen in NY, flieht vor der Polizei oder stellt sich Schießereien mit ihr und Konkurrenten. Dabei kommt es oft vor, dass Huren getötet werden, was zum Tod des Spielers führen kann.

Am Ende wird abgerechnet und eine Bestenliste geführt, die bei öffentlichen Servern auch veröffentlicht werden kann. Sowohl Bargeld als auch das Geld auf der Bank wird dem Vermögen angerechnet. Nicht verkaufte Drogen werden nicht angerechnet.

Meinung

Dieses Spiel hat einen ähnlichen Suchtfaktor wie die GTA-Reihe, was wohl auf das ähnliche Spielsystem zurückzuführen ist. Man schlüpft in eine neue Rolle, in eine fiktive Figur, die Verbrechen begehen muss um zu überleben. Diese Art von Überleben ist eine völlig neue Art zu Leben – man wechselt sozusagen die Seiten – aus gut wird böse auf Zeit.

Gleichzeitig wird man eine Art Geschäftsmann, oder Börsenmakler, nur nicht mit legalem Hintergrund. Denn nur durch genaue Beobachtung des Marktes kann man dauerhaft erfolgreich sein. Wer die Preise kennt, hat gute Chancen das Geschäft des Lebens zu machen.

Durch den reinen Textmodus fällt ein Schusswechsel mit der Polizei oder konkurrierenden Dealern vergleichsweise leicht, so dass auch Spieler, die nichts von “Killerspielen” halten Spaß an diesem Spiel haben können. Auch die Huren (stellvertretend für alle Dorgenträger) existieren nur als Zahl in diesem Spiel, werden also nicht auf Menschen abgebildet, wie das in grafischen Spielen vielleicht noch der Fall ist. Somit fällt deren Verlust auch leichter.

Mir gefällt dieses Spiel. Man muss alledings Lust auf die ewigen Klicks bzw. Tastendrücke haben, außerdem braucht man ein gewisses Maß an Begeisterung, sonst wird es langweilig. Solange mein Enthusiasmus ungebrochen ist, werde ich es weiter zocken. Das Konzept ist schon über 20 Jahre erfolgreich. Zurecht, wie ich finde. Eine zeitlose Spieleidee.

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