LoG: E-Mail

Natürlich kann man auch ohne eine Grafische Oberfläche Emails schreiben und empfangen. Allerdings ist vor allem die Einrichtung nicht so ganz trivial wie man das gerne hätte. Aber naja, man wächst mit seinen Aufgaben.
Als E-Mail-Client wird Mutt dienen, ein sehr mächtiges Programm für die Konsole.
Um Mutt nutzen zu können, braucht man allerdings noch einige andere Programme, zum Beispiel eines, das die E-Mail abholt und eines, das sie versendet.

Emails vom Server abholen

Um Emails vom Server abzuholen, braucht man ein Programm wie fetchmail, mpop oder getmail.
Ich gehe hier nur auf die Konfiguration von Fetchmail ein, weil es in den Quellen ist und im Gegensatz zu mpop auch IMAP kann und nicht nur POP3.

Konfiguration Fetchmail

Die Konfiguration ist recht einfach und geht über eine einzige Datei, der

Man erstellt diese Datei und fügt ihr folgende Zeile hinzu:

Achtung, hier steht das Passwort im Klartext, man sollte also gegebenenfalls die Zugriffsrechte beschränken
Natürlich kann man auf diese Weise auch mehrere Mailkonten gleichzeitig abrufen, einfach eine zweite Zeile hinzufügen.
Damit ist Fetchmail auch schon eingerichtet und man kann sich auf auf den nächsten Schritt vorbereiten:

Emails verteilen

Die Emails auf verschiedene Ordner zu verteilen übernimmt procmail.
Auch dieses Programm wird über eine einzige Konfigurationsdatei, der

gesteuert.
Auch diese Datei muss wieder erstellt werden und mit Inhalt gefüllt werden.
Um zu funktionieren reicht es, wenn die Datei folgenden Inhalt hat:

Dazu muss der Ordner ~/Mail existieren.
Dieser kann mit mit

erstellt werden.
Procmail hat einige Funktionen, wie etwa einen rudimentären Spamfilter oder die Möglichkeit, Emails je nach Empfänger in verschiedene Ordner zu verteilen.
Wie das geht steht in der man-page von procmail oder auch ganz gut im Ubuntuusers-Wiki

Emails verschicken

Emails verschicken geht mit nbsmtp.
Die Konfiguration geschieht mit mutt in der muttrc

Konfiguration von Mutt

Hier mal eine kleine Beispielkonfigurationsdatei:

set folder="$HOME/Mail"
set record="$HOME/Mail/sent"
set editor="nano"
my_hdr From: PERSON@DOMAIN.DE
my_hdr Reply-To: PERSON@DOMAIN.DE
set delete=no
set pager_index_lines=8
set sendmail="/usr/bin/nbsmtp -U BENUTZERNAME -P PASSWORT -d DOMAIN -h AUSGANGSSERVER -f ABSENDERADRESSE"
macro index G "!fetchmail -k -m 'procmail -d %T'\r"
macro pager G "!fetchmail -k -m 'procmail -d %T'\r"

Auch hier ist wieder ein Passwort im Klartext gespeichert, also Zugriffsrechte beschränken!
Mutt lässt sich nahezu beliebig konfigurieren, Hilfe hierbei bietet hier die Manpage oder zahlreiche im Internet zu findende Beispielkonfigurationen. Als Editor muss man nicht unbedingt nano nehmen, man kann auch jeden beliebigen anderen nehmen, sogar grafische.

Hier gibt es einmal meine Beispielkonfiguration, mit ein bisschen mehr Farbe und einigen Hervorhebungen (Internetadressen/E-Mail-Adressen) in der E-Mail.

Gestartet wird mutt dann über das Terminal mit mutt, alle anderen Programme verrichten ihre Dienste im Hintergrund.

Bedienung

Die Bedienung ist eigentlich relativ einfach, mit shift+gholt man seine Emails ab, mit den Pfeiltasten navigiert man zwischen den Emails herum, mit der Leertaste blättert man weiter, mit der Enter-Taste wählt man eine E-Mail aus und mit shift+f leitet man eine E-Mail weiter.
Weitere Hilfen bei der Bedienung gibt es wie immer in der man-page. Die Standardbefehle wie senden, antworten oder antworten an alle stehen auch nochmal oben in der ersten Zeile von mutt.

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