Ubiquity – Konsole für Firefox

Neben den üblichen Addons für den populären Browser Firefox gibt es auch Experimente mit Erweiterungen, die direkt von Mozilla stammen. In Mozillas „Labs“ werden verschiedene Projekte behandelt und einige lassen sich schon in frühen Entwicklungsstadien testen. Und was dort herauskommt, hat oft Hand und Fuß! Bestes Beispiel dafür ist Personas. Dieses Produkt aus stammt aus diesem Labor und hat es mit dem neuen Release 3.6 sogar in die native Unterstützung geschafft: Was vor kurzem noch ein Experiment war, ist jetzt fest in den Browser eingewandert. Ähnlich erging es dem Projekt „Prism“, welches es mittlerweile schon als eigenständiges Programm in den Repositorys gibt.

Ein anderes Projekt aus diesem Bereich ist „Ubiquity“, eine Konsole für Firefox. Dieses Tool ist sehr vielseitig und verknüpft verschiedene Webanwendungen miteinander, so dass man verschiedene Services kombinieren kann. Besonders komfortabel ist es beim Schreiben von E-Mails, wenn man externe Services (etwa eine Karte von Google-Maps) einbinden will.

Dieses Addon lässt sich wie jedes andere Addon installieren: auf der Projektseite findet sich der Link zum XPI. Nach dem Neustart des Browsers lässt sich die „Konsole“ standardmäßig über ALT+Leertaste aktivieren (bei mir was diese Kombination schon belegt, weswegen ich sie unter about:ubiquity änderte). Das Programm beherrscht zwar seit geraumer Zeit fünf verschiedene Sprachen, deutsch gehört bislang aber noch nicht dazu.

Anwendungen

Ubiquity hält eine Fülle an möglichen Kommandos bereit, alle mit irgendeiner tollen Funktion. Als Beispiel wird hier gerne Wikipedia genannt: Mit dem Syntax wiki Suchbegriff sieht man schon während der Eingabe mögliche Ergebnisse der Suche, nach Bestätigung des Befehls mit Enter gelangt man auch auf die Wikipediaseite. Gleiches gilt für die Suchanfragen mit dem Schlüsselwort „google“, „yahoo“, „amazon“ und eine ganze Menge anderer Suchmaschinenbetreiber (eine ähnliche Funktion ist in Firefox schon seit langer Zeit nativ vorhanden). Mit dem Befehl create search command lässt sich eine markierte Suchbox einem neuen Schlüsselwort zuweisen, womit man individuelle Suchen ermöglichen kann.

Ubiquity im Einsatz: Wikipedia

Doch dieses Werkzeug kann noch einiges mehr! Markiert man eine Adresse z.B. auf einer Internetseite, ruft die Konsole auf und gibt das Schlüsselwort map (this) ein, wird die markierte Adresse auf Google Maps in der Konsole angezeigt. Bei mehreren Adressen innerhalb einer Markierung lautet der Befehl map these.

Besonders spannend wird das Spiel mit der Adresse dann, wenn man z.B. eine E-Mail über Firefox schreibt (etwa im Webinterface von Googlemail). Dabei ruft man z.B. wie oben beschrieben eine Adresse mit der Konsole auf und per Mausklick lässt sich dieser Kartenausschnitt in die E-Mail einfügen.

Ebenfalls sehr praxisnah ist die Übersetzfunktion, die, wie man schon vermutet, auf Googles Übersetzungsdienst basiert (viele der mitgebrachten Services basieren auf Google). Markierter Text auf einer Webseite lässt sich mit dem Befehl translate (this) (in german) übersetzen (im Vorschaubereich der Konsole) und per Bestätigung mit Enter auch direkt auf der Seite einfügen.

Diese lokale Seitenbearbeitung lässt sich auch noch erweitern: mit delete, bold, italicize, underline, highlight usw. lassen sich auch andere Formatierungen auf der Seite vornehmen.

Dass man Firefox damit selbst auch bedienen kann (exit firefox, restart firefox, fullscreen, bookmark etc.) ist bei diesem Funktionsumfang schon fast selbstverständlich 😉

Die ca. 80 Kommandos, die von Anfang an dabei sind, lassen sich noch um viele weitere erweitern!

Videos zum Thema

Ubiquity for Firefox from Aza Raskin on Vimeo. [Einführung in den Umgang]


Video: Aza Raskin – Ubiquity (deutsch) (5:07) [Interview mit dem Entwickler]

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