Nairobi

Wie versprochen berichte ich nun über die verbleibenden zweieinhalb Tage, die wir nicht mit Taize verbracht haben. Sonntag Mittag war Taize zuende, wir wurden in die Freiheit entlassen. Wir haben uns dann von unseren zwei tansanischen Freunden verabschiedet, sind mit dem Matatu in die Innenstadt gefahren. Da wir keine Ahnung hatten und auch keinen Stadtplan, sind wir einfach irgendwo ausgestiegen, was nach Innenstadt aussah. Und wir hatten sogar Glück, es war die Innenstadt. Der erste, was wir uns dachten, als wir in der Stadt waren, war, dass wir nicht mehr in Afrika sind. Nairobi sieht fast so aus wie eine Europäische Großstadt. Mit Wolkenkratzern im Stadtzentrum, mehreren Parks, ordentlichen Straßen, Stadtbussen, öffentliche Toiletten, Fußgängerampeln und vielem mehr. Und Nairobi ist hektisch. Ebenfalls wie daheim.
Wir sind also erstmal ziellos rumgeirrt, dann haben wir eine Bank gesucht, und als wir die gefunden haben, sind wir erstmal in eine der vielen Bäckereien gegangen und haben uns dort Torten und Kuchen gekauft. Mit diesem sind wir dann in den Central Park von Nairobi gegangen, haben uns dort in den Schatten gelegt und uns erst einmal ausgeruht.

Unterkunft in Nairobi

Als es dann so langsam Abend wurde, haben wir uns auf den Weg zu den Pallottinern in Nairobi gemacht. Maik kannte dort einen von den Fathers und der hat gesagt, dass wir in Nairobi bei ihnen wohnen könnten. Da wir nichts außer die Nummer des Busses wussten, mussten wir uns durchfragen. Hat aber ganz gut geklappt und wir sind dann noch vor Einbruch der Dunkelheit angekommen. Dort wurden wir als erstes auf unsere Zimmer geführt, richtige Luxuszimmer mit eigenem Bad und mit Warmwasser.
Um sieben haben wir uns dann mit allen Novizen und Priestern zum Rosenkranzbeten getroffen, und danach gab es Abendessen. Aber was für eins. Richtigen Salat, Hähnchen, Pommes, Reis, Kartoffeln und zum Nachtisch Eis. Ein richtiges Festessen also. Weil Sonntag war, war nach dem Abendessen noch ein geselliger Abend, jeder der wollte konnte was erzählen. Das war ganz lustig und interessant. Danach sind wir in unser Zimmer und ins Bett.
Am nächsten Morgen war die Nacht um halb sieben rum, es hieß aufstehen zur Morgenmesse. Zum Glück nur eine halbe Stunde. Danach ein gutes Frühstück, und anschließend sind wir mit Joseph, einem der Novizen zu einer Außenstelle der Pallotiner gefahren, haben uns dort eine ihrer Kirchen angeschaut. Danach sind wir nach Kibera, einem der größten Slums der Welt gefahren. Dort sind wir einfach nur durchgelaufen und haben uns alles angeschaut. Eine Millionen Menschen auf engsten Raum, keine geteerten Straßen, kaum Wasser und Strom. Das war schon krass. Und dann waren wir auf einen Kamm, haben auf der einen Seite ewig weit in den Slum sehen können, und auf der anderen Seite war ein Golfplatz. Direkt nebeneinander. Und dann sind wir den weg zurück gelaufen und sind an ganz normalen Einfamilienhäusern und Reihenhäusern vorbei. Aber immer so in kleinen Siedlungen gruppiert und mit Mauern und Zäunen umgeben und am Tor immer ein bewaffneter Wachmann.

Mosaik im Ressurection Garden

Nachdem Mittagessen bei den Pallottinern sind wir mit Joseph und einem weiteren Novizen in die „Ressurection Gardens“, die Auferstehungsgärten gegangen. Das ist ein riesiges, katholisches, Seminarzentrum mit einem großen Garten, der super gepflegt ist, und in dem viele Mosaike und Bronzebilder mit dem Kreuzweg Jesu standen. Sah eigentlich ganz schön aus.
Nachdem wir zurück sind, sind Maik und ich in die Junction Mall gegangen, ein Einkaufszentrum. Dort haben wir dann für Orla ein kleines Geschenk gekauft und haben auch noch für uns ein bisschen eingekauft. Abends noch das Abendgebet mitgemacht und nach dem Essen früh ins Bett.
Am Dienstag sind wir früh alleine in die Stadt gefahren, haben als erstes unser Busticket besorgt, sind dann auf das Kenyatta International Conference Center gegangen, hatten dort eine tolle Aussicht auf ganz Nairobi. Eigentlich haben wir das volle touristische Progamm gemacht, haben uns das Parlament angeschaut, waren im Uhuru-Park, waren im National Archiv, waren beim Nationalmuseum (aber nicht drinnen), waren Pizza und Eis essen und haben uns einfach nur die Stadt angeschaut.


Aussicht über Nairobi vom Dach des Kenyatta International Conference Centre (K.I.C.C)

Nachmittags haben wir uns dann noch eine Reisetasche für 3 Euro gekauft, sind dann zurückgefahren und haben auf den Rückweg noch einen kleinen Abstecher nach Kibera, zu einem großen Kleidungsmarkt gemacht, wo man sich sehr günstig Second-Hand-Klamotten kaufen kann. Pünktlich zum Abendgebet kamen wir dann bei den Pallottinern an.
Mittwoch sind wir dann in aller frühe mit dem Taxi zum Busbahnhof gefahren und dann mit dem Bus nach Hause. An der Grenze standen wir 3 Stunden, ich weiß nicht warum, so dass wir erst nach 9 Stunden zuhause in Arusha ankamen. Das war unser Urlaub in Nairobi, der doch ein bisschen die ersten 4 Tage in Nairobi wieder entschädigt hat.

Weitere Eindrücke:

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