Warum sich Linux/Ubuntu hier in Afrika nicht durchsetzen kann

Windows ist in Afrika Marktführer

Ich bin jetzt die letzten neun Monate in Tansania gewesen und habe dort die ganze Zeit mit Computern in Schulen gearbeitet.
In dieser Zeit habe ich ausschließlich mit Windows gearbeitet.
Von meiner Organisation war angedacht, daß ich in Dar-Es-Salaam in einer Computerschule mit Ubuntu arbeite. So weit so gut, hörte sich in der Theorie auch nicht schlecht an.
Meine Organisation hat auch einen ganzen Haufen alter Computer nach Tansania geschickt, alle mit einem Uralt-Redhat drauf. Allerdings hatten sie auch Installationsmedien für Xubuntu 8.10. Auf den meisten Computern war aber vom Linux nichts mehr zu sehen, sondern Windows XP.
Das gleiche dann auch in Arusha, einen ganzen Container voller Computer, alle mit Xubuntu, aber alles nicht in Benutzung, sondern wieder nur Computer mit Windows XP.
Es gibt mehrere Gründe, warum das so abläuft.
Zum einen weiß hier keiner, wie man damit umgeht. Es reicht halt eben nicht, einfach nur die Computer mit einem vorinstallierten Ubuntu nach Afrika zu schicken und den Menschen vor Ort zusagen „Hier das ist Linux, das ist einfacher und besser als Windows“.
Man muss sie schon unterrichten, wie man Linux benutzt und ihnen die Vorteile klarmachen.
Ein weiterer Grund ist, daß hier Windows, genauso wie bei uns, sehr weit verbreitet ist. Und wenn man nur Windows-Computer hat, warum dann was anderes lernen.
Der preisliche Vorteil von Linux spielt hier auch keine Rolle, weil die Bereitschaft, illegale Kopien einzusetzen, sehr groß ist. Ein legales Windows oder Office hat hier echt Seltenheitswert, sieht man so gut wie gar nicht.
Und dann ist die Konkurrenz natürlich nicht untätig. Vor Kurzem kam zu uns in die Computerschule ein Mitarbeiter von Microsoft, hat dort eine Woche “unterrichtet” und ist dann wieder gegangen.
Sein Unterricht ging darum, daß die Computer mit neuer Software versehen werden, und wer hätte es gedacht, Windows XP und MS Office 2003. Und sein Unterricht war schon fundiert, man hat gemerkt, dass er Ahnung hat, hat was über Computer im Allgemeinen erzählt, wie man ihn saubermacht, aber wenns um Software ging, dann war das eine richtige MS-Werbeveranstaltung. Konkurenzprodukte wurden nichtmal erwähnt dafür die ganze Geschichte und Versionshistorien aller mögichen Microsoftprodukte. Außerdem hatte er einen ganzen Haufen Lizenzen, CDs und Werbegeschenke.
Ich sehe alles in allem wenig Hoffnung, hier in Afrika in absehbare Zeit das Microsoft-Monopol zu brechen, und das liegt wie gesagt nicht nur an Microsoft sondern auch an den halbgaren Lösungen der Linux-Fraktion.

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