Coburg und die Eisenbahn

In meiner Heimatstadt Coburg hatte die Eisenbahnanbindung schon länger einen schweren Stand. Bis auf den Regionalexpress von Sonneberg über Coburg und Lichtenfels nach Nürnberg gab es nur ein eine kleine Zweigstrecke nach Bad Rodach, die von einer Regionalbahn bedient wird.
Nachdem sie lange Zeit nur dreimal am Tag fuhr, ist vor ein paar Jahren der Zwei-Stunden-Takt wieder eingeführt worden. Einzelne Regionalbahnen fahren auch bis Lichtenfels.

Dieseltriebzug der BR 628

Dieseltriebzug der BR 628

Soviel zur aktuellen Situation.
Mit dem Bau des Goldbergsees musste auch die Strecke Bad Rodach-Coburg saniert werden, da sie direkt durch den See läuft. Ich dachte ja schon, sie nutzen diese Gelegenheit, um die Strecke komplett zu schließen. Aber es kam anders. Seit nunmehr zwei Jahren wird die Strecke saniert, Übergänge entfernt und beschrankt, so dass auch mal schneller als 70 km/h gefahren werden kann.
Nun wurde das Dieselnetz Oberfranken neu ausgeschrieben. Die Deutsche Bahn musste hierbei eine Niederlage einstecken. Was vielleicht sogar gewollt war. Schließlich geht es dabei nur um Regionalbahnverbindungen. Die Regionalexpresslinien bleiben weiterhin bei der Deutschen Bahn.
Die Ausschreibung hat die Privatbahn Agilis gewonnen, die schon das Netz um Regensburg betreibt.
Nun werden natürlich andere Züge eingesetzt und andere Linien befahren. Besonders interessant für Coburg ist, dass die Linie Bad Rodach-Coburg nun im Stundentakt durchgängig bis Weiden in der Oberpfalz befahren wird. Das hat den Vorteil dass man viel weiter ohne umsteigen kommt.
Als Züge werden die eingliedrigen Regioshuttles von Stadler eingesetzt, die auch schon auf vielen anderen Privatbahnen eingesetzt werden.
Die sind zwar auf jeden Fall schöner als die zur Zeit benutzten N-Wagen oder die Baureihe 628 aber an die Neigetechnik-612 kommen sie natürlich nicht ran.

Regioshuttle von Agilis

Regioshuttle von Agilis

Eigentlich ist diese Sache nur von Vorteil für Coburg und auch für Bad Rodach. Der Stundentakt verdoppelt die Anzahl der Züge die nach Rodach fahren, außerdem fahren früher Züge von Rodach nach Coburg (5:15 statt 6:45) und es kommen später Züge in Bad Rodach an (23:01 statt 20:04).
Also 1,5 Stunden früher und 3 Stunden später.
Und auch die Verbindung nach Lichtenfels und dem damit verbundenen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt für den Nahverkehr und Fernverkehr (ICE Hamburg-Berlin-München) wird stark verbessert. Zusammen mit den Regionalexpress von Sonneberg nach Nürnberg fahren dann die Züge dann im Halbstundentakt von und nach Lichtenfels.
Also insgesamt eine starke Verbesserung für den Nahverkehr in Coburg.
Ideal wäre jetzt nur noch eine Reaktivierung der Werra-Bahn von Coburg nach Eisfeld und die Erweiterung von Bad Rodach nach Hildburghausen. Aber das wird auf lange Zeit wohl noch eine Utopie bleiben.
Was aber kommen wird, ist ein ICE-Halt auf der „Schnellfahrstrecke Nürnberg-Erfurt“
Ob dieser in Coburg so sinnvoll ist und nicht besser nach Lichtenfels gepasst hätte ist dabei eine andere Frage.
Da werden wohl regionale Eitelkeiten im Spiel gewesen sein. Weil es kann ja nicht sein, dass Lichtenfels, was nur halb so groß wie Coburg ist, einen ICE-Halt hat und Coburg nicht.
Ich freu mich auf den Juni, wenn der neue Fahrplan im oberfränkischen Dieselnetz eingeführt wird.
Im Dezember sind dann auch noch die Elektrolinien dran, aber hier ändert sich eigentlich nicht viel, bis auf die verwendeten Züge.

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