Mein Update auf Ubuntu 12.04 und die Folgen davon

Vor ein paar Tagen habe ich noch freudig verkündet, dass ich nun auch endlich auf Ubuntu 12.04 umgestiegen bin. Das Update verlief wieder sehr einfach. In der normalen Aktualisierungsverwaltung wurde ich ja bereits seit Erscheinen von Precise Pangolin aka Ubuntu 12.04 auf dessen Existenz hingewiesen. Der Upgrade-Button schrie mich seitdem förmlich an. Also habe ich es irgendwann gewagt und habe ihn gedrückt. Nach 2-3 h waren die Daten heruntergeladen und installiert. Ich selbst musste quasi nicht eingreifen (einmal gab es eine Nachfrage von Grub). Nach dem ersten Hochfahren des PCs nach dem Upgrade gab es noch ein paar Schwierigkeiten mit der Benutzeroberfläche, alles war ein bisschen langsam, aber ein Neustart hat dieses Erststartproblem beseitigt. Zunächst schienen alle Programme zu funktionieren, Datenverlust gab es offensichtlich auch nicht. Aber nach ein paar Stunden poppte plötzlich das Fenster von Apport auf. Das Programm sammelt nach einem Programmabsturz alle notwendigen Daten zusammen, die für einen Bugreport wichtig sind. Virtualbox-4.1 sei abgestürzt. Das fand ich erstmal verwunderlich, da ich Virtualbox seit gefühlten 20 Monaten nicht mehr gestartet hatte. Den Bugreport habe ich erstmal zurückgestellt. Als es mir innerhalb einer Woche noch zweimal vorkam, habe ich Virtualbox kurzerhand von der Platte geworfen, ich brrauche es momentan sowieso nicht. Compiz machte mir auch Probleme. Da Unity, die Desktopoberfläche die ich nutze, größtenteils darauf basiert, ist das ein enorm wichtiges Programm. Die Funktion, die bei mir nicht mehr ging, gehört aber eher in die Kategorie nice-to-have bzw. look-and-feel: Ich habe zwei aktive Ecken in Gebrauch: unten links für die geöffneten Fenster auf der Arbeitsfläche, unten rechts für Expo. Diese haben nicht mehr funktioniert. Nachdem ich beide Ecken in CCSM de- und reaktiviert hatte, ging es wieder. Nach jedem Neustart ging es jedoch nicht mehr. Momentan hängt es vom Zufall ab, ob es geht oder nicht. Manchmal „aktiviert“ sich diese Funktion auch erst nach ein paar Minuten... Naja, sei es drum. Der ärgerlichste Fehler betrifft Déjà Dup bzw. duplicity. Das Programm stellte ich vor ein paar Wochen in unserem Blog etwas ausführlicher vor, da ich es wirklich sehr praktisch finde. Ich kann darin einige Ordner auswählen, die mir dann nach einem gewissen Zeitplan in Ubuntu One als Backup geladen werden. Weitere Funktionen seht ihr im verlinkten Artikel. Jedenfalls funktioniert die Verbindung zu Ubuntu One nicht mehr. Déjà Dup, das bisher sehr unauffällig im Hintergrund lief, gibt nun die Fehlermeldung aus: Traceback (most recent call last): File "/usr/bin/duplicity", line 1403, in with_tempdir(main) File "/usr/bin/duplicity", line 1396, in with_tempdir fn() File "/usr/bin/duplicity", line 1366, in main full_backup(col_stats) File "/usr/bin/duplicity", line 491, in full_backup bytes_written = dummy_backup(tarblock_iter) File "/usr/bin/duplicity", line 197, in dummy_backup while tarblock_iter.next(): File "/usr/lib/python2.7/dist-packages/duplicity/diffdir.py", line 507, in next (Die Fehlermeldung ist gekürzt, hier vollständig) Nicht nur ich, sondern offensichtlich hunderte andere Benutzer haben das Problem seit dem Upgrade auf Ubuntu 12.04. Dies zeigen die zahlreichen Bugreports (#1 #2 #3 #4 usw.) und Foreneinträge (#1 #2 #3 #4 usw.). Laut Fehlermeldung mancher Forenbenutzer hat es etwas mit dem SSL-Zertifikat zu tun, also nicht unbedingt mit duplicity. Da ich Ubuntu One ansonsten nicht nutze, kann ich über weitere Funktionsausfälle nichts berichten. Ein Forenbenutzer löste das Problem durch eine Neuinstallation von ubuntuone-couch mit vollständigem entfernen der Konfigurationsdateien. Dies half mir jedoch nicht. Nun heißt es also warten, bis dieser Bug behoben wurde bzw. bis Quantal erscheint. Dann wird wohl wieder ein Komplettreset meiner Festplatte kommen, um die Vererbungsfehler seit 11.04 auszumerzen. Ich bin gerade wirklich froh, dass es beim Upgrade zu keinem Datenverlust kam und ich nicht von den Backups in der Cloud abhängig bin. Das sollte uns alle erneut wachrütteln und auch Backups auf lokaler Hardware machen lassen!

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