Malawisee

Die Reisegruppe

Nach unserer abenteurerlichen Anreise zum Malawisee freuten wir uns auf eine schöne, ruhige Schiffsfahrt. Daraus wurde aber nichts. Als wir die Tickets kaufen wollten, wurde uns gesagt, dass es keine Kabinen der Ersten Klasse mehr gibt. Die waren alle von einer Indischen Reisegruppe belegt worden. Also mussten wir uns Tickets der dritten Klasse kaufen (zweite Klasse gabs sonderbarerweise einfach nicht). Dadurch haben wir aber immerhin einen Haufen Geld gespart. Als wir dann aufs Schiff konnten, merkten wir, dass es vielleicht doch keine SO gute Idee war, dritte Klasse zu fahren. Total überfüllt und nur Holzbänke. Man hat sich zwischenzeitlich wie auf einem Flüchtlingsboot gefühlt, überall schwarze Menschen. Nach drei Stunden sind wir dann auf die Idee gekommen, aufs Deck zu gehen, dort konnten wir uns dann ausbreiten und uns sogar hinlegen. Allerdings war der Platz nicht so ideal, weil wir direkt auf dem Laderaum lagen. So mussten wir bei jeden Halt aufstehen.

Wir am morgen auf unseren Schlafplatz

Abends, gegen 21:00 war dann der erste Halt an einem der Dörfer am Malawisee. Diese Dörfer haben keinen Anschluss über eine Straße, sie werden also nur über dieses Schiff versorgt, was einmal die Woche dort anlegt. Als wir dort anlegten, kamen ganz viele Frauen mit langen Stäben an deren Enden Eimer befestigt waren und haben gesagt, was sie verkaufen. Man hat dort dann sein Geld reingelegt und hat dann von ihnen Waren hochgereicht bekommen. Das war ein total cooles Bild. Wir haben uns dann erstmal ein Abendessen dort zusammengekauft: Fisch, Süßkartoffeln und Maniok. Währenddessen wurde ganz viel Zeugs aus dem Schiffsbauch entladen, von Colakästen über Matratzen, Zucker und Salz bis hin zu Fahrrädern entladen und dafür Naturprodukte wieder eingeladen. Kartoffeln und Holz vor allem. Wir entschieden uns dann dafür, immer abwechselnd zu schlafen, zwei haben immer Nachtwache gehalten. Alle drei Stunden sind wir an einem neuen Dorf angelegt und das gleiche Schauspiel hat sich wiederholt. Am nächsten Morgen erreichten wir gegen 11 Uhr Mbamba Bay, unseren Endhafen.
Dort irrten wir erstmal ein bisschen in dem Dorf herum bis wir ein Guesthouse fanden. Wir kamen dann in einem riesigen Guesthouse was von 3 Nonnen betrieben wurde unter. Es war allerdings nur eine von ihnen da, und wir waren auch die einzigen Gäste. Alle waren total froh, dass wir da sind, haben uns echt super versorgt, immer lecker gekocht und auch sonst fehlte es uns dort an nichts. Am Freitag Nachmittag sind wir ein bisschen rumgelaufen, sind auf einen Berg geklettert, haben ein bisschen mit den Kindern der Grundschule gespielt und dann zu Abend gegessen. Am nächsten Tag sind wir ein bisschen außerhalb des Dorfes spazieren gegangen, die Mädels sind dann Haare flechten gegangen, während Maik und ich noch ein bisschen querfeldein gelaufen sind. Hätten da beinahe nicht wieder zurückgefunden, aber zum Glück haben wir da ein paar nette Leute getroffen, die uns den Weg zeigen konnten. Nachmittags haben wir uns auf die Suche nach einem Strand gemacht, haben ihn dann auch gefunden und haben den Rest des Nachmittags dort im Wasser verbracht.

Sonnenuntergang Mbamba Bay

Abends waren wir einkaufen. Obwohl das Warenangebot in diesem Dorf äußerst beschränkt war. Es hat ewig gedauert, bis wir Wasser gefunden hatten, weil die Menschen dort alle das Wasser aus dem See trinken und nicht das aus den Flaschen, wie wir. Haben dann noch für Stella, unsere Haushälterin, einen Kanga, ein Stück Stoff mit einem religiösen Spruch drauf, gekauft. Ich kaufte mir auch ein Stück Stoff (ohne Spruch ;)), 4×1 Meter groß. Weiß noch nicht, was ich damit jetzt machen soll. Vielleicht weiß ja einer ne gute Idee, könnt ihr in den Kommentaren schreiben.
Sonntag früh haben wir uns total beeilt um zum Bus zu kommen, und haben dann festgestellt, dass er doch eine Stunde Verspätung hat. Sind dann neun Stunden mit diesen Bus gefahren und haben dann am Ende ganze 150 Kilometer zurückgelegt. Die Straße auf der wir gefahren sind hatte den Namen Straße echt nicht verdient. Am nächsten Tag dann von Songea nach Mbeya, immerhin schneller und dann die 18-Stunden-Fahrt von Mbeya nach Arusha. Aber wir sind am Ende ja doch noch angekommen, auch wenn wir das zwischendrin echt nicht gedacht hätten.
Das war der Bericht über den Urlaub, fühlt euch frei zu kommentieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *