Piwik: Suchbegriff nicht definiert

In Piwik kann man neben den nackten Besucherzahlen auch die Referrer, also die Seiten, von denen die Besucher kommen, ansehen. Wir können dann (in der Regel) sehen, dass die Seite XY auf eine unserer Seiten verlinkt hat, und dass ein Benutzer diesen Link benutzt hat. Innerhalb des Bloggosphäre sorgt das stark für die Vernetzung, weil man dann erkennt, welche Blogger unsere Inhalte aufnehmen und darauf eingehen.

Bei Suchmaschinen wertet Piwik nicht nur den Namen der Suchmaschine, sondern auch den verwendeten Suchbegriff aus. Das ist ebenfalls sehr hilfreich bei der eigenen Bewertung der Inhalte und wie sehr sie dem allgemeinen Interesse entsprechen.

Leider macht sich der pseudo-Suchbegriff „Suchbegriff nicht definiert“ immer wichtiger in der Liste. Um präziser zu werden: Es liegt mindestens der Faktor 3 zwischen diesem Suchbegriff und dem zweitbesten. Schuld an der ständig steigenden Verbreitung ist das Protokoll der Suchmaschinen, vornehmlich Google.

„Suchbegriff nicht definiert“ ist der häufigste Suchbegriff

Wenn man bei Google registriert ist, bzw. wenn man das als unregistrierter Benutzer explizit wünscht, findet die Googlesuche über HTTPS statt. Diese verschlüsselte Suche bietet für den Suchenden einige Vorteile, für den Gefundenen aber eben den Nachteil, dass er nicht erfahren kann, wie er gefunden wurde. Bei einem Protokollwechsel von HTTPS (also der Googlesuche) auf HTTP (das Blog) wird per Definition die Information des Referrers entfernt. Die RFC 2616 §15.1.3 legt das so fest. Piwik selbst kann also gar nichts dafür und auch jede andere Suchbegriff-Auswertesoftware kann hier nicht helfen.

Nun bliebe die Möglichkeit, das Blog ebenfalls verschlüsselt über HTTPS zu betreiben. Als logische Folge davon müssten die Referrer und Suchbegriffe übermittelt werden. Abgesehen von der nicht vorhandenen Verhältnismäßigkeit hat hier Google bereits vorgesorgt. Der Protokollwechsel von HTTPS auf HTTP findet bereits bei Google statt. Dies kann man beim Anklicken eines Suchbegriffs bei Google in der Adressleiste beobachten (je langsamer die Internetverbindung, desto deutlicher erkennt man es). Damit ist die Information über den Suchbegriff bereits „googleintern“ entsorgt und kommt nicht mehr beim Gefundenen an, egal welches Protokoll er dort verwendet.

Daniel Weihmann von redirect301 spinnt diesen Gedanken gleich weiter. Es wäre eine Premiumlösung bei Google Analytics denkbar, in der die Webseitenbetreiber die Informationen über die Suchbegriffe gegen eine Gebühr erhält. Immerhin ist die Information googleintern ja bekannt.

Bis dahin müssen wir uns wohl damit abfinden, dass die Informationen über die Suchbegriffe langsam aber sicher abebbt.

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